Minimal-invasive Behandlung tumorbedingter Obstruktionen bei Aortenbasistumoren

Herzbasistumoren – insbesondere Aortenbasistumoren wie Chemodektome – können durch ihr Wachstum wichtige Gefäßstrukturen im Bereich der Herzbasis und des rechten Vorhofs einengen. Dadurch kann der venöse Rückstrom zum Herzen zunehmend behindert werden.

Für ausgewählte Patienten bieten wir in unserem hochspezialisierten Zentrum für Tierkardiologie die Implantation eines transatrialen Stents an. Dieses interventionelle, minimal-invasive Verfahren kann dazu dienen, eine durch den Tumor verursachte Obstruktion zu überbrücken und den Blutfluss wieder zu verbessern.

Was ist ein transatrialer Stent?

Bei einem transatrialen Stent handelt es sich um einen speziell ausgewählten Gefäßstent, der über einen Gefäßzugang mithilfe eines Katheters bis zum Herzen vorgeschoben wird. Unter kontinuierlicher Röntgendurchleuchtung und angiographischer Kontrolle wird der Stent exakt im Bereich der tumorbedingten Einengung positioniert.

Nach der Freisetzung entfaltet sich der Stent und stabilisiert den eingeengten Gefäßabschnitt beziehungsweise den Bereich des rechten Vorhofs. Ziel ist es, den venösen Blutstrom trotz der von außen oder innerhalb des Gefäßes beziehungsweise Vorhofs wirkenden Tumormasse aufrechtzuerhalten.

Der Eingriff erfolgt minimal-invasiv, sodass keine klassische Operation am offenen Brustkorb erforderlich ist.

Wann kann ein Stent bei einem Herzbasistumor sinnvoll sein?

Aortenbasistumoren können über längere Zeit relativ langsam wachsen. Dennoch kann ihre Lage im Bereich der Herzbasis dazu führen, dass bereits eine lokale Größenzunahme erhebliche Auswirkungen auf benachbarte Gefäße oder den rechten Vorhof hat.

Eine relevante Obstruktion kann unter anderem mit folgenden Symptomen einhergehen:

  • Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum (Aszites)
  • Pleuraerguss oder Flüssigkeitsansammlung im Brustkorb
  • Leistungsschwäche und schnelle Ermüdung
  • erschwerter Atmung
  • Schwellungen im Bereich von Kopf und Hals
  • Zeichen eines beeinträchtigten venösen Rückstroms zum Herzen

Gerade bei einem langsam wachsenden Tumor kann die mechanische Entlastung einer solchen Obstruktion von besonderer Bedeutung sein: Der Stent entfernt den Tumor nicht, kann jedoch den durch den Tumor beeinträchtigten Blutfluss verbessern und damit bei geeigneten Patienten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität leisten.

Minimal-invasive interventionelle Tierkardiologie

Die Implantation erfolgt über einen Gefäßzugang. Mithilfe von Kathetern, Kontrastmittel und Röntgendurchleuchtung können wir die Engstelle präzise darstellen und den Stent gezielt positionieren.

Durch den minimal-invasiven Zugang ist die Belastung für den Patienten im Vergleich zu einem offenen chirurgischen Eingriff deutlich reduziert. Diese Patienten können sich entsprechend schnell von dem Eingriff erholen. Die individuelle Erholungszeit hängt jedoch vom Allgemeinzustand, der Größe und Lokalisation des Tumors sowie möglichen Begleiterkrankungen ab.

Hochspezialisierte Versorgung für komplexe Herzpatienten

Die interventionelle Behandlung von Herzbasistumoren gehört zu den technisch anspruchsvollsten Verfahren in der Tierkardiologie. Sie erfordert eine detaillierte kardiologische Diagnostik, moderne Bildgebung, interventionelle Erfahrung sowie eine sorgfältige Planung des für den jeweiligen Patienten geeigneten Stents.

Als hochspezialisiertes Zentrum für Tierkardiologie können wir diese Therapie für ausgewählte Patienten anbieten.

Vor jeder Intervention prüfen wir individuell:

  • Lokalisation und Ausdehnung des Herzbasistumors
  • Art und Schweregrad der Obstruktion
  • Durchmesser und Verlauf der betroffenen Gefäßstrukturen
  • Herzfunktion und Kreislaufsituation
  • mögliche Begleiterkrankungen
  • Nutzen und Risiken einer Stentimplantation

Auf dieser Basis besprechen wir gemeinsam mit den Tierhaltern, ob ein transatrialer Stent eine sinnvolle Behandlungsoption darstellt.

Unser Ziel: Lebensqualität trotz Herzbasistumor

Bei vielen Patienten mit einem Herzbasistumor steht nicht die vollständige Entfernung des Tumors im Mittelpunkt, sondern die möglichst effektive Kontrolle seiner Auswirkungen auf Herz und Kreislauf.

Wenn ein Aortenbasistumor den venösen Rückstrom zum Herzen zunehmend behindert, kann die Stentimplantation eine wertvolle palliative Therapieoption darstellen. Ziel ist es, die Obstruktion zu reduzieren, den Kreislauf zu entlasten und dem Patienten möglichst viel gute Lebensqualität zu erhalten.

Bilder und Videos aus unserer interventionellen Kardiologie

Bild: Patient unmittelbar nach der Stentimplantation

Unser Patient kurz nach dem minimal-invasiven Eingriff. Der kleine Gefäßzugang verdeutlicht, wie schonend die interventionelle Behandlung durchgeführt werden kann. Diese Patienten sind nach einer erfolgreichen Intervention schnell wieder mobil. Die Erholung ist abhängig von der individuellen Ausgangssituation des Patienten.

Video: Positionierung des Stents unter Röntgendurchleuchtung

Die Durchleuchtung ermöglicht eine präzise Darstellung der Gefäßstrukturen sowie eine exakte Positionierung des Stents. Nach der Freisetzung stabilisiert der Stent den zuvor eingeengten Bereich und soll einen möglichst ungehinderten Blutstrom ermöglichen.

Informationen zur Vorstellung in der interventionellen Kardiologie

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Kontaktaufnahme

Kontaktieren Sie Ricardo Abrantes unter der Rufnummer 0176 - 5959 1699 oder per E-Mail unter ra-kardiologie@t-online.de. Alternativ kontaktieren Sie Anicura Alzenau unter der Rufnummer 06023 - 7530 bzw. per Mail unter alzenau@anicura.de.
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Vorbefunde versenden

Senden Sie uns die Vorgeschichte, klinische Untersuchung, Herzultraschallaufnahmen sowie alle weiteren durchgeführten Untersuchungen des Patienten per Mail. Bei großen Dateien nutzen Sie bitte einen File-Hosting-Dienst wie z.B. WeTransfer.com.
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Terminvereinbarung nach Erhalt der Unterlagen

Nach Einsicht der eingereichten Unterlagen und in gemeinsamer Absprache erfolgt eine entsprechende Terminvergabe.
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Vorbereitung für den Eingriff

  • Blutuntersuchung (Abnahme max. 10 Tage vor Eingriff)
    Allgemeine Blutuntersuchung: Geriatrisches Profil, inkl. CRP und Blutgruppenbestimmung Patienten, die aus dem Ausland stammen: Bestimmung von Babesien, Leishmanien, Dirofilarien, Ehrlichien, Anaplasmen, Hepatozoon Canis
  • Patienten über 8 Jahre: bakteriologische Untersuchung des Urins (mittels Zystozentese)
  • Patienten für Herzschrittmacher: Urinuntersuchung für UPC-Messung

Wichtig: Akute Erkrankungen wie Durchfall, Harnblasenentzündungen, Verletzungen, Fieber oder andere Arten von systemischen Erkrankungen stellen eine Kontraindikation für die Durchführung dieser Eingriffe dar und führen zur Verschiebung des OP-Termines. Bitte informieren Sie uns rechtzeitig, falls Ihr Tier solche Erkrankungen in den Tagen vor dem Termin entwickelt.

So finden Sie uns

Mömbriser Straße 100
63755 Alzenau
Bayern

Unterkünfte in der Nähe

Da viele unserer Tierbesitzer mit ihren Tieren von weiter anreisen, empfehlen wir für die Zeit vor und nach der Operation gerne geeignete Unterkünfte in der Nähe der Praxis.

Für weitere Informationen oder individuelle Beratung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

RA Kardiologie
Teamleiter interventionelle Kardiologie
Ricardo Abrantes
Tel.: 0176 5959 1699
E-Mail: ra-kardiologie@t-online.de

In Zusammenarbeit mit: Anicura Alzenau
Abteilung interventionelle Kardiologie
Mömbriser Str. 100, 63755 Alzenau
Tel.: 06023 7530
E-Mail: alzenau@anicura.de